Freitag, 26. April 2013

Ein Lebenszeichen

Ich weiß gerade nicht so recht, wie ich diesen Eintrag beginnen soll, oder ob überhaupt. Okay, zumindest für letzteres ist es nun bereits zu spät :D

Das Problem ist, das ich nicht weiß, ob
a) es irgendwen interessiert, wenn ich über mein Privatleben blogge, wenn es rein gar nichts mit meinem Let'sPlay-Kanal zu tun hat.
b) wenn ja, wieviel ich hier preisgeben sollte.
c) Ob nur wieder alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil Acid es mal wieder nicht schafft, was hochzuladen, stattdessen aber sowas hier verfasst.

Soviel zum Szenario in meinen Gehirnwindungen gerade. Aber offensichtlich gewinnt gerade die "scheiß drauf, wenn du Lust hast, tu es, YOLO"-Fraktion die Überhand.

Gerade, als ich vor Wochen wieder so einen richtig schönen Upload-Flow hatte, ist - natürlich, was auch sonst! - mal wieder so ein Worst-Case-Fall in mein Leben getreten, ganz ohne vorher höflich anzuklopfen und zu fragen, ob es mir gerade zeitlich und nervlich passen würde. Finde ich ganz schön dreist, aber was soll man machen. Damit die Handvoll Leser das nun besser nachvollziehen kann, auch wenn das Timing echt immer voll für'n Allerwertesten ist und mein Upload-Rhythmus langsam zu einem Running Gag wird:

Ich lebe allein, ich studiere, ich bin auf einen Nebenjob angewiesen um eben genannte Fakten zu ermöglichen. Gern wäre ich mit stinkreichen Eltern gesegnet, aber man kann halt nicht alles haben. Mein unglaublich toller Charakter, die Intelligenz etc. waren wohl fast schon zuviel des Guten, und so war unermesslicher Reichtum anscheinend nicht mehr drin ;) Bafög kriege ich auch aus diversen mehr oder weniger sinnigen Gründen nicht.
Entgegen aller Anzeichen wurde der Vertrag meines (mit Verlaub, beschissenen) Nebenjobs nicht verlängert, und obwohl ich mich in weiser Voraussicht bereits umgeguckt hatte, fand ich nicht sofort etwas Neues. Was halt eben so ziemlich niemand in meinem Umkreis gerafft hat: dadurch steht meine komplette Existenz auf dem Spiel. Optionen wie zum Beispiel einfach mal wieder bei Mami und Papi klingeln, mit einem prall gefüllten Umzugswagen im Schlepptau, habe ich nicht. Und da sich in der Zeit des Eigenständigwohnens notwendigerweise ein kompletter Hausrat gebildet hat, mit allem Drum und Dran von Kühlschrank bis Waschmaschine, kann man seine ganzen Besitztümer in dem Fall nicht mal bei Freunden zwischenlagern, um irgendwo auf der Couch pennen zu können. Ein neuer Job muss her, und zwar dringend.
Mein Kopf ist neben dem ziemlich krassen Workload meines Studienganges also nur noch damit beschäftigt, Gelegenheiten zu finden, Stellenanzeigen zu wälzen, Bewerbungen rauszuhauen. Und wenn bei gefühlten 100 Bewerbungen dann nur 1 Vorstellungsgespräch rausspringt, ist das doch dezent demotivierend und fördert den mentalen Abfuck ziemlich.

(Interlude: Ich habe mich zwischenzeitlich wirklich auf ALLES beworben, weil ich nicht mehr allzu wählerisch war irgendwann. Dadurch erfuhr ich so amüsante Fakten, wie dass Netto mich als zu überqualifiziert betrachtet, um zusammen mit den anderen missgelaunten Menschen in "meiner" Filiale hier unmotiviert kaum sichtbar angeschimmeltes Obst über das Kassenlaufband zu jagen. Im Nachhinein bin ich absolut früh darüber :D Nichts gegen Netto, aber der hier... boah, nee.)

Und nun dürft ihr kombinieren, weshalb ich seit Wochen rein gar keinen Kopf für YouTube und Konsorten habe, abgesehen vom stumpfen Konsumieren der Videos anderer, um mal etwas runterzukommen. Ich habe zwar momentan Probearbeitstage ergattern können, und bisher gefällt es mir, aber das heißt ja nun leider nicht, dass ich die Stelle auch bekomme... nebenbei wollen wie gesagt ein Haufen Vorträge, Kurzreferate und ein Stapel zu lernender Scripte meine Aufmerksamkeit. Ach ja, einen Praktikumsplatz muss ich mir zeitgleich eigentlich auch besorgen für das nächste Semester. Und sozial verkümmern wollte ich auch nicht in naher Zukunft. Tja...

Mir bleibt nichts anderes übrig, als über mein grandioses "Glück" selbst zu lachen, weil einfach immer irgendwas dazwischen kommt, wenn ich mich wirklich motiviert um meinen Kanal kümmern will. Aber so spielt halt das Leben. Verkloppt gerne den Drehbuchschreiber für meines, wenn ihr ihn findet. Gibt auch einen virtuellen Schokomuffin dafür, ihr wisst schon... die fertig eingeschweißten für 1,50€, aus meinem Lieblings-Netto.

Dienstag, 12. März 2013

Die Sache mit der Abobox


Howdy folks!

Ich nehme die scherzhafte Frage eines befreundeten LetsPlayers, wie ich ihn denn einfach so eiskalt aus meiner Abobox nehmen konnte, mal als Anlass um hier wieder etwas rumzulamentieren :D

Irgendwie wird die Abobox von vielen als eine Art Freundschaftsliste geführt, wo die aktuellen persönlichen Lieblingskontakte beworben werden, um halt einen Gefallen zu tun. Zu 99% sind dann in der Box der Beworbenen auch die Leute zu finde, von denen man gerade erst dorthin gelangte, und man kann ein lustiges Klick-Pingpong spielen.

Früher habe ich das auch so gemacht, einfach weil ich dachte, wenn die Leute mich in die Box tun, sollte ich das vielleicht auch. Weil's vermutlich zum guten Ton gehört, und um diejenigen nicht zu verprellen.
Dann fiel mir auf, dass ich so immer die Gleichen dort drinnen habe, vermutlich auch in 2 Jahren noch, eventuell mal plus/minus Person XY die neu dazu kommt (oder vielleicht auch geht). Also begann ich durchzuwechseln, und alle paar Wochen andere zu empfehlen.

Ich sage euch, das Geschrei war teils groß. Die Leute haben das nämlich als persönlichen Akt gegen sich aufgefasst und wollten noch am selben Tag wissen, was sie mir denn getan hätten :D Irgendwann hatte ich dann keinen Bock auf mehr auf mehrere Zeilen an Rechtfertigung jedes Mal. Und jetzt habe ich einen ganz einfachen Grundsatz, den ich auch regelmäßig allen auf die Nase binde, ob sie es hören wollen oder nicht:

In meiner Abobox sind immer die Leute, die ich gerade am liebsten gucke. Egal, ob die überhaupt wissen, wer ich bin. Egal, ob ich mich mit jemandem besonders gut verstehe. Und wenn ihr dort nicht auftaucht, heißt das nicht, dass ich euch die Freundschaft gekündigt habe. Es heißt nicht mal, dass ich eure LetsPlays doof finde! Sondern einfach nur, dass ich eure LetsPlays gerade nicht gucke. Weil ich schon zu viele andere parallel schaue, oder mich ein Projekt vielleicht schlicht nicht interessiert.
Wenn ich mit einigen davon tatsächlich gut befreundet bin, dann ist das dennoch mehr als nebensächlich. Ich möchte einfach niemanden nur aus Nettigkeit dort drin haben, obwohl ich die Videos permanent aus dem Abomodul wegklicke oder denjenigen vielleicht nicht mal abonniert habe.

... und spätestens jetzt darf mich echt niemand mehr danach fragen, ob er in meine Box kann, und wenn nein, warum nicht. Deal? :D

Samstag, 4. August 2012

Lebst du noch oder postest du schon?

Während ich gerade schon ungelogen seit über 3 Stunden mit dem Upload einer 18min-Folge beschäftigt bin, kam mir ein im Nachhinein irgendwie sehr offensichtlich wirkender Gedanke...

YouTuber, Twitterer etc... ganz, ganz viele updaten permanent, also beinahe schon im Minutentakt, was so alles in ihrem Leben abläuft. Und filmen wirklich ALLES, was sie tun. Vor allem, wenn sich auch noch zwei oder mehr einer der genannten Spezies im selben Raum befinden.
Als ein Let's Player neulich bei mir zu Besuch war, haben wir irgendwie ständig Bemerkungen fallen lassen wie "Wär das nicht ein lustiges Video?", und uns teilweise sogar extra überlegt, was man denn so filmen könnte, als Bonus-Zwischendurch-Videos.

Im Nachhinein stimmt mich das schon etwas nachdenklich. Kann man denn wirklich gar nichts mehr unternehmen, erleben, kaufen, essen, lieben ohne es gleich bei Facebook, Twitter oder YouTube zu veröffentlichen? In erster Linie mache ich all diese Sachen doch für mich, ohne darüber nachzudenken was andere davon haben! (Ausgenommen natürlich meine Let's Plays aus offensichtlichen Gründen.)

Und ja, auch ich poste regelmäßig bei Facebook und Twitter. Und manch einer möchte mich jetzt vielleicht Heuchlerin nennen.
Aber: Ich instagramme nicht jede einzelne Mahlzeit. Steht Essen vor mir auf dem Tisch, bin ich ganz oft viel zu sehr darauf fixiert, es runterzuschlingen weil es so gut riecht und ich monströsen Hunger habe und Essen einfach liebe. Und es muss halt nicht jede olle Currywurst oder jeder Müsliteller auf Instagram landen, imo. Gerade bei so simplen Sachen wie Eintopf sieht das Bild ganz schnell nach bereits verdautem und wieder zu Tage befördertem Essen aus. Da hebe ich mir das Geknipse lieber für richtig schick und lecker aussehende Ausnahme-Gerichte auf.
Beginne ich eine Beziehung, überlege ich es mir vorher ebenfalls gut, ob ich nun den "Vergeben"-Button beim Gesichtsbuch hämmere, damit jeder ungefragt seine Meinung zur Kompatibilität beider Personen abgeben kann. Und wenn ich mich schminke und schick anziehe, ist nicht meine erste Amtshandlung im neuen Outfit ein Foto von schräg oben links für meinen Blog, damit mich andere fragen können, wo ich die tollen Sachen herhabe.

Kurz: Ich kann auch durchaus existieren, ohne alles online zu protokollieren. Ich fände es schade, nicht mehr vernetzt zu sein, wenn mein Internet gekappt wäre - aber viel eher wegen den tollen Leuten, die ich durch meine Hobbies online kennen gelernt habe und die teilweise zu echten Freunden mutiert sind, und nicht, weil ich nicht mehr jede Nanosekunde meines Lebens für einen Haufen Fremder dokumentieren kann. Sondern wegen stundenlangen, tollen Skypegesprächen, gemeinsamem Zocken, schlichtem Herumnerden...

Quizfrage an euch Leser: Na, hoffentlich fallen euch auch noch ganz viele Sachen ein, die ihr in letzter Zeit gemacht habt, ohne alles irgendwo zur Schau zur stellen? Manchmal ist ein wenig Privatsphäre sogar sehr förderlich, um weiter Spaß an einer Sache zu haben. Manchmal braucht man noch etwas für sich, sich ganz allein, ohne dass 100 Leute es mit Daumen hoch oder Daumen runter bewerten.