Dienstag, 12. März 2013

Die Sache mit der Abobox


Howdy folks!

Ich nehme die scherzhafte Frage eines befreundeten LetsPlayers, wie ich ihn denn einfach so eiskalt aus meiner Abobox nehmen konnte, mal als Anlass um hier wieder etwas rumzulamentieren :D

Irgendwie wird die Abobox von vielen als eine Art Freundschaftsliste geführt, wo die aktuellen persönlichen Lieblingskontakte beworben werden, um halt einen Gefallen zu tun. Zu 99% sind dann in der Box der Beworbenen auch die Leute zu finde, von denen man gerade erst dorthin gelangte, und man kann ein lustiges Klick-Pingpong spielen.

Früher habe ich das auch so gemacht, einfach weil ich dachte, wenn die Leute mich in die Box tun, sollte ich das vielleicht auch. Weil's vermutlich zum guten Ton gehört, und um diejenigen nicht zu verprellen.
Dann fiel mir auf, dass ich so immer die Gleichen dort drinnen habe, vermutlich auch in 2 Jahren noch, eventuell mal plus/minus Person XY die neu dazu kommt (oder vielleicht auch geht). Also begann ich durchzuwechseln, und alle paar Wochen andere zu empfehlen.

Ich sage euch, das Geschrei war teils groß. Die Leute haben das nämlich als persönlichen Akt gegen sich aufgefasst und wollten noch am selben Tag wissen, was sie mir denn getan hätten :D Irgendwann hatte ich dann keinen Bock auf mehr auf mehrere Zeilen an Rechtfertigung jedes Mal. Und jetzt habe ich einen ganz einfachen Grundsatz, den ich auch regelmäßig allen auf die Nase binde, ob sie es hören wollen oder nicht:

In meiner Abobox sind immer die Leute, die ich gerade am liebsten gucke. Egal, ob die überhaupt wissen, wer ich bin. Egal, ob ich mich mit jemandem besonders gut verstehe. Und wenn ihr dort nicht auftaucht, heißt das nicht, dass ich euch die Freundschaft gekündigt habe. Es heißt nicht mal, dass ich eure LetsPlays doof finde! Sondern einfach nur, dass ich eure LetsPlays gerade nicht gucke. Weil ich schon zu viele andere parallel schaue, oder mich ein Projekt vielleicht schlicht nicht interessiert.
Wenn ich mit einigen davon tatsächlich gut befreundet bin, dann ist das dennoch mehr als nebensächlich. Ich möchte einfach niemanden nur aus Nettigkeit dort drin haben, obwohl ich die Videos permanent aus dem Abomodul wegklicke oder denjenigen vielleicht nicht mal abonniert habe.

... und spätestens jetzt darf mich echt niemand mehr danach fragen, ob er in meine Box kann, und wenn nein, warum nicht. Deal? :D

Samstag, 4. August 2012

Lebst du noch oder postest du schon?

Während ich gerade schon ungelogen seit über 3 Stunden mit dem Upload einer 18min-Folge beschäftigt bin, kam mir ein im Nachhinein irgendwie sehr offensichtlich wirkender Gedanke...

YouTuber, Twitterer etc... ganz, ganz viele updaten permanent, also beinahe schon im Minutentakt, was so alles in ihrem Leben abläuft. Und filmen wirklich ALLES, was sie tun. Vor allem, wenn sich auch noch zwei oder mehr einer der genannten Spezies im selben Raum befinden.
Als ein Let's Player neulich bei mir zu Besuch war, haben wir irgendwie ständig Bemerkungen fallen lassen wie "Wär das nicht ein lustiges Video?", und uns teilweise sogar extra überlegt, was man denn so filmen könnte, als Bonus-Zwischendurch-Videos.

Im Nachhinein stimmt mich das schon etwas nachdenklich. Kann man denn wirklich gar nichts mehr unternehmen, erleben, kaufen, essen, lieben ohne es gleich bei Facebook, Twitter oder YouTube zu veröffentlichen? In erster Linie mache ich all diese Sachen doch für mich, ohne darüber nachzudenken was andere davon haben! (Ausgenommen natürlich meine Let's Plays aus offensichtlichen Gründen.)

Und ja, auch ich poste regelmäßig bei Facebook und Twitter. Und manch einer möchte mich jetzt vielleicht Heuchlerin nennen.
Aber: Ich instagramme nicht jede einzelne Mahlzeit. Steht Essen vor mir auf dem Tisch, bin ich ganz oft viel zu sehr darauf fixiert, es runterzuschlingen weil es so gut riecht und ich monströsen Hunger habe und Essen einfach liebe. Und es muss halt nicht jede olle Currywurst oder jeder Müsliteller auf Instagram landen, imo. Gerade bei so simplen Sachen wie Eintopf sieht das Bild ganz schnell nach bereits verdautem und wieder zu Tage befördertem Essen aus. Da hebe ich mir das Geknipse lieber für richtig schick und lecker aussehende Ausnahme-Gerichte auf.
Beginne ich eine Beziehung, überlege ich es mir vorher ebenfalls gut, ob ich nun den "Vergeben"-Button beim Gesichtsbuch hämmere, damit jeder ungefragt seine Meinung zur Kompatibilität beider Personen abgeben kann. Und wenn ich mich schminke und schick anziehe, ist nicht meine erste Amtshandlung im neuen Outfit ein Foto von schräg oben links für meinen Blog, damit mich andere fragen können, wo ich die tollen Sachen herhabe.

Kurz: Ich kann auch durchaus existieren, ohne alles online zu protokollieren. Ich fände es schade, nicht mehr vernetzt zu sein, wenn mein Internet gekappt wäre - aber viel eher wegen den tollen Leuten, die ich durch meine Hobbies online kennen gelernt habe und die teilweise zu echten Freunden mutiert sind, und nicht, weil ich nicht mehr jede Nanosekunde meines Lebens für einen Haufen Fremder dokumentieren kann. Sondern wegen stundenlangen, tollen Skypegesprächen, gemeinsamem Zocken, schlichtem Herumnerden...

Quizfrage an euch Leser: Na, hoffentlich fallen euch auch noch ganz viele Sachen ein, die ihr in letzter Zeit gemacht habt, ohne alles irgendwo zur Schau zur stellen? Manchmal ist ein wenig Privatsphäre sogar sehr förderlich, um weiter Spaß an einer Sache zu haben. Manchmal braucht man noch etwas für sich, sich ganz allein, ohne dass 100 Leute es mit Daumen hoch oder Daumen runter bewerten.