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Sonntag, 12. März 2017

Closed for maintenance

Mal ein paar Worte, weil anscheinend immer noch Leute glauben, ich stampfe täglich dreimal mit dem Fuß auf und schreie "MIMIMI!!" wegen den Tweets letzten Mittwoch. Weil 140 Zeichen einfach zu wenig sind, egal wie viele davon man aneinander hängt.

Antwort: Nö - die waren nur der allerletzte Tropfen in einem übervollen Fass, dessen Oberflächenspannung bereits kurz vorm Zerbersten war. Fakt ist stattdessen - und es ist mir fürs Erste egal, ob das zuviel TMI ist: Mir geht es absolut nicht gut. Und der Handvoll Leute, die überhaupt gemerkt hat, dass ich aktuell fast überall ein Schloss vorgemacht habe und größtenteils die Klappe halte, erzähle ich hier die Gründe.

Laut einer Person, die ich mittlerweile aussortiert habe, habe ich absolut kein Recht dazu, mich scheiße, traurig, wütend oder depressiv zu fühlen, nur weil ich jetzt mehr verdiene als vorher. "Halt die Fresse und guck auf deinen Kontostand, andere verdienen weniger für noch mehr Stress."

Das. Ist. Vollkommen. Hirnverbrannter. SCHWACHSINN HOCH ZEHN!!




Erstens drücke ich ab jetzt 500€ monatlich an die Rückzahlung meines Studienkredites ab, da auch ich überraschenderweise nicht mit steinreichen Eltern gesegnet bin, und bin unterm Strich absolut nicht wohlhabend. Ich arbeite aktuell größtenteils dafür, um mich wieder "freizukaufen" und nebenbei meine Miete sowie Grundbedürfnisse zu bezahlen.

Zweitens kann man in einigen Fällen den Faktor "Leid" nicht einfach so pauschalisiert vergleichen und ranken. Wer bereits eine gewisse Grundbelastung angesammelt hat und sich nie wirklich erholen konnte, dessen Belastbarkeit nimmt zwangsläufig immer weiter ab. Wer darüber hinaus noch zahlreiche andere Stressfaktoren im Leben hat... nun ja, ihr könnt es euch ab 10% Empathie aufwärts vielleicht denken.

Über mein Gehalt würde ich nie meckern. Stattdessen bedaure ich es, dass ich aktuell teilweise genauso viel Stress habe wie bei meinem alten Arbeitgeber, den ich genau wegen so etwas verlassen habe.
Dass ich körperlich jede Woche mehr abbaue.
Dass ich phasenweise absolut heftige Schlafstörungen habe.
Dass ich jeden Mist im Hinterkopf mit mir herumschleppe und nicht einfach abschalten kann, worunter alle meine Hobbies leiden.
Dass sich die Arbeitswoche zieht wie Kaugummi, wohingegen das Wochenende mit einem Fingerschnipsen um ist, und weswegen ich außer Hausarbeit und platt rumsitzen nie wirklich viel schaffe.
Dass ich mich mehrfach täglich frage: "Soll es das gewesen sein? So geht's jetzt weiter, bis du in Rente gehen kannst?"
Dass ich - weil die Miete im Randgebiet billiger ist - täglich drei Stunden nur im öffentlichen Nahverkehr verbringe.
Dass ich täglich in eine Wohnung zurück komme, in der seit einem Dreivierteljahr unausgepackte Umzugskartons stehen, weil Möbel verdammt teuer sind, man ohne Rücklagen nicht einfach alle auf einmal kaufen kann und andere Dinge erstmal Prio 1 belegten und ebenfalls mühsam angespart werden mussten.
Dass ich ergo keinen Ort habe, an dem ich mich wirklich zu 100% wohl fühle.
Dass ich ehrlich gesagt seit Jahren keinen Ort hatte, an dem ich mich wirklich zu 100% wohl fühle. Dieser hier käme nah ran, wäre er näher am Geschehen dran und würde nicht zur Hälfte aussehen wie ein Lagerraum.
Dass letztes Jahr was passiert ist, was mich immer noch extrem belastet, und mich vermutlich auch nicht so schnell loslässt.
Dass ich Leute im Nacken hatte, die bespaßt werden wollen, weil sie nicht raffen, wie es mir geht - obwohl ich sowas mehrfach offen gesagt habe und man selbst auf Twitter mit einem IQ, der höher als der einer Scheibe Toast ist, gemerkt haben dürfte, dass ich mein Limit erreiche.
Dass Freunde beleidigt waren, wenn ich mich nicht tagtäglich mit ihrem Leben beschäftigt habe, weil ich selbst nicht mal genug Kopf für mein eigenes habe.
Dass andere Freunde sich mies fühlten, weil sie außer ein paar netten Worten nichts für mich tun konnten.
Dass teils gänzlich Unbeteiligte einfach saudumme Sprüche abgelassen haben, wenn es am wenigsten angebracht war.

Die letzten vier Punkte sind in der Vergangenheitsform geschrieben, weil ich mich darum gekümmert habe - auf eine Art, die die ist, die alle Beteiligten verdienen, auch wenn sie nicht die sein mag, die sie brauchen.




Jemand meinte gestern zu mir, ich "sei ein Gewinn für jeden, der mich kennt". Erstens scheinen das einige Leute nicht ganz deckungsgleich zu betrachten, und zweitens würde ich das aktuell auch selbst keineswegs so unterschreiben. Man muss mich schon arg lieben oder ein krasser Masochist sein, um mein unverstelltes Ich zur Zeit total toll zu finden. Ich bin gerade ein sehr, sehr müder und zynischer Mensch, der etwas zu oft seine Laune an seiner Umwelt auslässt, weil er keine Energie mehr hat und der deswegen auch keinen tollen Onlinecontent produzieren kann.

Und der sich deswegen zum Großteil online zurückzieht und aus Eigen- und Fremdschutz Leute wegschubst. Zum Beispiel, indem man bei allen Messengern, bei Skype und bei Facebook nur noch Leute behält, bei denen man sich nicht unwohl fühlt, wenn es um das Ansprechen bestimmter Dinge geht. Leute, die verstehen, wie es einem geht, und/oder genug Energie und konstruktive Empathie haben. Leute, die sich durch einen selbst nicht schlechter fühlen, und durch die man sich auch nicht schlechter fühlt.

Meine aktuellen digitalen Komfortzonen sind Steam, Goodreads und Instagram, einfach weil die auch mit meinen Hobbies verknüpft sind. Auch hier habe ich allerdings dicht gemacht und aussortiert - genau wie auf den üblichen Plattformen. Auf meinem SWtoR-Twitter treibe ich mich ebenfalls noch rum, einfach, weil ich dort nicht die Masse an Replies produzieren kann, wie auf dem Hauptaccount. Vielleicht liegt es an meinem derzeitigen, nahezu nicht existenten Nervenkostüm. Aber ich hatte in letzter Zeit das Gefühl, ich konnte schreiben was ich wollte - irgendwer war immer angepisst oder hat es als Gelegenheit für blöde Sprüche gesehen. Generell scheint der Großteil auch nicht zu raffen, wenn ich mal etwas todernst meine. Weil ich ja sonst auch immer so lustig sarkastisch bin, hihihi.

Ich bin mir ziemlich sicher, ich könnte auf dem Acid-Account auch völlig ernst gemeint twittern, dass ich mir gleich die Birne wegschieße, und es würde Favs und blöde Replies hageln. Ist ja nur Acid, die reagiert doch immer so. Die kann das ab. Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!

So ein Echo möchte ich gerade nicht. Ich brauche eine gewisse Bubble, um "Selfcare" betreiben zu können, während ich weiterhin die ganze andere Scheiße mit mir herumschleppe. Ich möchte mich nicht auch noch auf sozialen Plattformen über Leute ärgern oder aber krampfhaft den Mund halten müssen. Ich will mich zur Entspannung und Ablenkung einloggen, und nicht auch noch dort Schadensbegrenzung betreiben müssen oder aber noch mehr den Glauben an die Menschheit verlieren.

Vielleicht schreibe ich ab und zu mal einen Blogpost.

Vielleicht lasse ich es aber auch, bis es mir wieder besser geht und ich Luft zum Atmen habe.




(Wenn es hierunter oder unter der automatischen Twitterverlinkung gemeine oder einfach nur blöde Sprüche geben sollte, dann verlässt mich übrigens wirklich der allerletzte Glauben an meine Leser und Follower.)

Freitag, 24. Februar 2017

Zitronenlimonade

Gedanken, nachts, im Zug nach Hause | Diese saudämliche Floskel vonwegen - wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach Limonade draus...!

Man könnte es ja auch mit Portal 2 halten und sagen: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann verlange danach, den Manager zu sprechen. Sag, du willst die Zitronen nicht. Bitte um, nein, verlange nach einer Retoure! Bring das Leben dazu, die Zitronen zurückzunehmen. Aber auch so läuft das Leben nicht. Nirgendwo ist ein Kassenbon mit dem du einen riesigen Aufriss machen kannst. Nirgendwo ist eine Quittung.

Das Leben ist seine eigene Quittung.

Das Ding ist, es läuft doch eigentlich alles ganz anders ab.
Da kommst du daher und siehst einen schnieken Limonadenstand. Alles ist perfekt, aber der Inhaber ist ein absoluter Vollpfosten. Du fragst dich, wie er je einen Limonaden-Produzier-Abschluss geschafft hat, weil er mental die absolute Nulpe ist.
Du beginnst am Stand herumzulungern. Die Limonade schmeckt dir so gut, und der Stand ist so gemütlich... du fühlst dich wie zu Hause. Da ist diese komische Anziehung.

Und dann, eines Tages, verlässt der Besitzer den Stand ganz kurz, weil Toilettenpause oder was weiß ich was. Du bist gerade da. Der Stand ist alleine. Es kommen andere potentielle Kunden vorbei und wundern sich, warum der schöne Stand alleine ist und niemand daran Limonade produziert. Unmut macht sich breit. Erste Kunden beginnen, interessiert hinter den Tresen zu spähen. Du gönnst den anderen Leuten den Stand nicht, weil du ihn selbst so toll findest, und klammheimlich hast du eh schon immer davon geträumt, ihn selbst zu bedienen.
Du schlenderst zaghaft hinter den Tresen. Du versuchst die Geräte zu benutzen. Erst traust du dich nicht so recht, doch dann läuft irgendwie alles wie von selbst. Es gibt keine technischen Fehler. Alles funktioniert. Du produzierst Limonade. Und herrje, ohne dich selbst loben zu wollen - die Limo schmeckt godlike. Die Kunden sind begeistert, wertschätzen das Ergebnis und bleiben was sie immer schon waren: Beobachter und Konsumenten aus der Ferne. Du passt zu dem Limonadenstand. Du bist eines mit dem Limonadenstand.

Der Vorbesitzer kommt zurück - in Hektik. Er habe seine Schicht vollkommen vergessen. Doch der Limonadenstand gehört nun dir. Du hast alle Rechte. Für andere ist der Zugang gesperrt. Der Limonadenstand funktioniert gar nicht mehr in Harmonie mit dem vorigen Inhaber; dieser hat keinen Zugriff mehr. Sie sind nun einfach inkompatibel. Du fragst dich kurz, ob du ein schlechtes Gewissen haben sollst. Aber dann denkst du - warum? Der Dulli hat sein Eigentum völlig unbeaufsichtigt im Ungewissen gelassen. Hättest du nicht gehandelt, hätten andere gehandelt. Und mit dir ist der Stand doch eh viel besser dran. Du wolltest ihn schon immer haben.

Angebot und Nachfrage,.. aber vor allem verdammt viel Glück, und sehr viel richtiges Timing. Verdammt viel Zufall, auch.

Leben halt.

Vielleicht hat die Floskel doch recht. Man muss nur einen Limonadenstand finden, der einem das optimale Setting bietet, um Limonade zu machen. Ohne großartige Umbauten.

Dienstag, 31. Januar 2017

Der "Verpissimus Prime"

"Es ist zum Kotzen, wie ich meine Freizeit in Slots aufteilen müsste, würde ich jede Bezugsperson glücklich machen wollen. Und ich selbst würde immer auf der Strecke bleiben."

Diese Worte habe ich neulich jemandem geschrieben, als er gefragt hat, warum ich seinen Stream nicht schaue, obwohl ich zu Hause bin. Die Frage war nicht böse gemeint, eher semi-scherzhaft. Aber wenn man sowas jeden Tag hört - von verschiedensten Personen, auf verschiedenste Dinge bezogen - dann triggert das öfter mal das Verbalisieren einer komprimierten, deprimierenden Analyse.

Das Ding ist: Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nonstop vor Handy und Twitch und Skype hängen müsste, um so etwas hier zu vermeiden:


Das ist eine Minicollage (und das Snippet vonwegen "gut laufen" ist übrigens platonisch gemeint, tiefergehende, beziehungstechnische Dinge würde ich hier nie ausbreiten). Die Nachrichten sind von verschiedenen Plattformen, verschiedenen Leuten und alle beziehen sie sich darauf, dass sie mehrere Stunden oder mehrere Tage lang nichts Neues von mir gehört haben.

Weil ich gerade was anderes machte.
Weil ich Slots für mich brauchte.
Weil ich inzwischen einen Fluchtreflex habe, wenn ich mehrere unbeantwortete Nachrichtenanballungen sehe, sobald ich eine App öffne.
Denn antworte ich jeder Person und schließe die App nicht sofort und es kommen - Gott bewahre - direkt neue Nachrichten, dann befinde ich mich in einer endlosen Spirale aus App-Switching und Zurückschreiben und schwupps, sind mehrere Stunden rum. Passiert das abends, kann ich danach quasi direkt ins Bett gehen.
Geiler Feierabend.

Darum mache ich halt abends oft den "Verpissimus Prime". Darum antworte ich nicht zwingend sofort, wenn es nicht super dringend ist. Darum bin ich selektiv, darum schreibe ich nicht parallel mit drölf Menschen.

Und wisst ihr was? Niemand hat irgendein Recht der Welt dazu, mich dafür anzukacken, solange ich trotzdem ab und zu Lebenszeichen von mir gebe. Siehe 2017-Laber-Video: Ich kann frei darüber verfügen, wie ich meine Freizeit verbringe, die ich noch dazu nicht gerade in Massen besitze. Und wenn ich meinen Feierabend mit drei Folgen Dr. House verbringen möchte und nicht mit Schreiben, dann ist das so.

"Aber Acid, du twitterst doch voll oft!"
Ab und zu einen Tweet rauszuhauen frisst weniger Zeit, als eine komplette, nicht enden wollende Unterhaltung zu führen.

"Aber Acid, du warst eben bei Facebook online! Dann hättest du doch wenigstens mal kurz-"
Wenn ich gerade wegen etwas oder jemand anderem da war und mich dazu entschieden habe, deine Nachricht erst später zu beantworten, dann ist das so. Weil sonst die Endlosspirale des Abarbeitens zuschlägt.

"Aber Acid, man kann auch während man was guckt mit jemandem schrei-"
Wenn ich mich lieber voll und ganz auf irgendein Medium meiner Wahl konzentrieren und es genießen möchte, statt nebenbei auf einen weiteren Bildschirm zu schielen, dann ist das so.

"Aber Acid, ich sehe immer bei Steam, wie du nur vor Clicker Games hängst!"
Die laufen nebenbei. Ab und zu mache ich da drei Klicks und dann habe ich wieder eine halbe Ewigkeit Ruhe. Und wer zur Hölle bist du überhaupt, dass ich mich vor dir rechtfertigen sollte, was ich wo wie stattdessen mache, du Dulli?

Und ich bin verdammt dankbar für jede Bezugsperson, jeden Freund, jeden Bekannten, der das rafft und sich stattdessen einfach freut, wenn man dann doch mal gemeinsam Zeit miteinander verbringt. Vielleicht sogar jenseits irgendeines Messengers.

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Warum Pendeln weg kann.

Büro | "Bock was trinken zu gehen?" - "Jo - wenn, dann heute, ab morgen habe ich Besuch." - "Passt mir super!" - "Prima!"

Bar | Einen "43 Grad" und einen "Hulk" später liebe ich alles, obwohl Inventur ätzend und mein Knie verletzt ist.

Hauptbahnhof | Überpünktliche 10 Minuten vor Abfahrt meiner Regio stehe ich am Gleis und wundere mich, dass die vorige Regio noch dort steht - extrem verspätet. Irgendwann die Meldung zu meinem Zug auf der Infotafel: "10 Minuten Verspätung". Später dann die Durchsage: "LOL dicker PRANK, eigentlich ist die Strecke komplett gesperrt und der Strom auf den Gleisen abgeschaltet wegen betriebsfremder Person. Have fun, good luck!"

Hauptbahnhof, 10 Gleise weiter | Sämtliche S-Bahnen, die zumindest in die richtige Richtung fahren, stehen auch nur doof herum. Ich setze mich dennoch in eine, denn ich bin minimal angeheitert, verwirrt und friere wie Sau. Sehr viele Ewigkeiten später fährt sie los. Hoffnung macht sich breit.

Bahnhof | Am nächsten S-Bahnhof steht der Zug wieder. Drölf unterschiedliche Ansagen verwirren jeden meiner Mitreisenden. Schließlich steigen alle aus, da die Bahn zum Hauptbahnhof zurückfährt. Der Bahnhof erinnert an ein Festivalgelände, nur mit weniger Bier und mehr schlechter Laune.

Immer noch der selbe Bahnhof | Die nächste S-Bahn fährt ein. Zwei verschiedene Ansagen, die jeweils das Gegenteil behaupten. Auf nichts mehr irgendwas gebend setze ich mich hinein; soll sie mich doch zum Hauptbahnhof zurück bringen - da gibt es wenigstens einen McDonald's. Doch oh Wunder, die Bahn fährt in die eigentliche Richtung. Engelschöre singen im Hintergrund "Mad World".

Busbahnhof, bei den Bussen | Drei Bahnhöfe weiter steige ich aus und blicke auf die Uhr. Ich habe zwei Möglichkeiten: Eine Regio, die weiter in meine Richtung fährt, oder ein GENAU JETZT fahrender Bus, der das gleiche tut, aber sechsmal so lange braucht. Ich habe eine 50:50-Chance und setze alles auf den Bus. Ich renne. Mein Knie hasst mich. Der Bus steht noch da, aber ist so voll, dass ich nicht mehr hineinpasse. Wenige Sekunden später fährt er ab und ich japse wie Darth Vader ohne Asthma-Inhalator. Der nächste Bus fährt in 30 Minuten.

Busbahnhof, bei den Bahnen |
Ich habe keinen Bock auf doof rumstehen und humpele zu den Regio-Gleisen. Die Regio von vorhin habe ich nicht verpasst, denn sie ist bisher noch gar nicht aufgetaucht. An der Infotafel werden "30 Minuten Verspätung" angezeigt, die bereits reelle 45 Minuten sind. Das Raum-Zeit-Gefüge der Bahn ist mir regelmäßig ein Rätsel. Ich beschließe, mein doof rumstehen an diesen Ort zu verlagern, falls in der nächsten halben Stunde die Regio auftauchen sollte.

Busbahnhof, bei den Bussen | Die Regio ist nicht aufgetaucht. Da ich zu erfrieren drohe, humpele ich zurück zu den Bussen. Ein Haufen Menschen steht dort und scheint sich auf einen Kampf auf Leben und Tod vorzubereiten, aka das erfolgreiche Betreten des nächsten Busses. Ich stelle mich dazu und hoffe darauf, nicht totgetrampelt zu werden.
Der Bus kommt.
Ich wühle mich durch mehr Glück als Verstand an fünfter Stelle durch die Tür und lasse mich, fertig mit der Welt, in die hinterste Ecke eines Vierers fallen. Ich bin müde, so unendlich müde. Meine Dusche und mein Bett schreien bis hierhin nach mir; ich kann sie hören.
Eine Frau setzt sich neben mich. "Stört's Sie, wenn ich ein Käsebrot esse?", fragt sie mich mampfend.
"Mich stört gerade gar nichts mehr", erwidere ich gefrustet.
"... ich kann Ihnen auch eins abgeben!", lacht die Frau.
Mir wird wieder warm ums Herz.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Wie müllig ein Arbeitsvertrag sein kann! - Ein Drama in vier Akten

Ich habe auf Twitter über meinen (noch) aktuellen Arbeitsvertrag gemotzt. Es kam interessierte Resonanz. Hier ist die hilfreiche Resonanz auf die interessierte Resonanz!


Akte I und II

... in welchen der Probezeit-Vertrag lückenlos in den Rest über geht, die rechtliche BGB-Grundlage über Kündigungsfristen in der Probezeit komplett ignoriert wird und auch danach eine komplett bescheuerte Kündigungsfrist vorgeschrieben wird.





FYI - das sagt das BGB:



... und genau darum kündige ich zum 14. - einfach weil ich es kann. :D


Akte III und IV

... in welchen du einfach komplett ausgenutzt wirst.




"Sofort es zwingend erforderlich ist blablablaaaaaaaa." - Auf Deutsch: Die möchten dich gerne so lange da festhalten wie es geht, Aufgrund ultra schwammiger Aussagen.
"Du bist der Arsch vom Dienst und kochst immer neuen Kaffee. Heute darfst du nicht gehen, bevor du nicht 50 Liter Kaffee gekocht hast. Neuer Kaffee ist zwingend erforderlich :)"
"Ich kündige!"
"Geht nicht, darfste noch nicht, remember?"
"Möh!"

Nicht vergütete Zeit für Dienstreisen außerhalb der Arbeitszeit ist der größte Asimüll aller Zeiten. Schon morgens um 6 nach Frankfurt? Und spätabends erst wieder kommen? Pech gehabt, kriegst trotzdem nur 8h Regeltag bezahlt, wie es scheint.
... wobei deren eigene Definition von "Arbeitszeit" ja andererseits 24/7 zu sein scheint... hm :D

Ach ja, und Überstunden werden einfach nicht bezahlt. Dein ganzer Tag ist eh eine einzige lange Überstunde, wozu also noch mitzählen? Höhöhö!

Was halten wir davon? Das hier:




27.10.2016 /// Zusatz:

Jemand war so genervt von diesem Asivertrag, dass er extra noch mal was zu der Überstundenklausel herausgesucht hat!



Hier auch noch mal ein schöner Link zu einem Handelsblattartikel:
http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2012/09/12/neues-vom-bag-zur-pauschalabgeltung-von-uberstunden/

Das noch mal der Vollständigkeit halber.

Sonntag, 31. Juli 2016

Dinge, die keinen Spaß machen.

Aufwachen und denken, man hatte einen Albtraum, und dann merken - das ist der Ist-Zustand.

An fünf Tagen in der Woche den Wecker hören und nichts lieber wollen, als ihn zu ignorieren.

An fünf Tagen in der Woche aus dem Haus gehen und nichts lieber wollen, als mitten auf der Strecke abzubiegen und überall sonst hinzufahren, nur nicht zum eigentlichen Ziel.

An fünf Tagen in der Woche Stunden und Minuten zählen.

An fünf Tagen in der Woche heimkommen und mit leerem und doch viel zu vollem Kopf da sitzen, nicht mehr leistungsbereit.

Die verbleibenden zwei Tage der Woche zeitlich und mental dazu unfähig sein, all das zu tun, was man eigentlich täglich machen möchte, was man eigentlich liebt.

Sich wortwörtlich nicht leisten können, etwas zu verändern.

Nach etwas ganz Bestimmtem suchen, zwischen xyz anderen Anzeigen, es aber nie finden.

Sich fragen, ob es das jetzt gewesen ist.

Sich fragen, ob man je wieder die Kontrolle haben wird.

Kaum noch bunte, glitzernde Farbspritzer im Kopf haben, sondern dauerhaft eine mattgraue Leinwand, deren dicke Farbschichten man jedes Mal neu mit Leuchten übertünchen muss. Zunächst alle paar Tage aufs Neue. Irgendwann dann alle paar Stunden aufs Neue. Bis der Pinsel kaum noch Farbe aufnimmt, weil er so altersschwach ist.

Die verdammte Klappe nicht aufkriegen und sagen, was man eigentlich sagen will.

Jeden Tag etwas weniger wie man selbst sein.

...

Und darum gibt es heute weder etwas Lustiges noch die geschmackliche Umschreibung koffeinhaltiger Flüssigkeiten.

Ich habe zettelweise Notizen zu neuen Sorten, aber ich kann sie gerade nicht gut und humoristisch verschriftlichen. Ich habe tonnenweise Ideen für Videos und Streams, aber ich bin zu platt um sie umzusetzen. Ich habe einen Haufen toller Charaktere im Kopf und auch schon mehrere Kapitel eines Romans hier rumliegen, aber ich bin zu unfokussiert, um weiter zu plotten und zu schreiben.

Das Einzige, was gerade ganz gut klappt, ist Gedanken zur aktuellen Situation in Textfelder erbrechen wie einen riesigen Schwall aus Buchstaben.

Mea culpa.


Gifs lockern echt alles auf, oder?

Donnerstag, 7. Januar 2016

Acid Anti Alles #02: Nichts locker nehmen

Es gibt Menschen, die machen aus allem einen Krieg, den es zu gewinnen gilt. Aus allem.

Zu denen kannst du sagen, dass du Bock auf eine Runde Poolbillard am Wochenende hättest, und sie werden sich erstmal online drölfzig Guides über Spieltechniken reinziehen sowie alle Youtube-Tutorials und aufgezeichneten Spiele des letzten Jahrtausends.

Wenn du sie zu einem MMO-Raid einlädst, werden sie vorher Tage und Nächte durchfarmen, ihr gesamtes Material wegcraften und das halbe Auktionshaus leerkaufen, um bereits die bestmögliche Gear zu besitzen - die, die man sich eigentlich während genau dieses Raids auch zusammenfarmen kann.

Herrje, vor ihrem ersten Mal haben sie vermutlich Dr. Sommer mit Massenmails bombardiert und sich selbst Karten vom Körper des (potentiellen) Partners zusammengekritzelt, auf denen sie taktisch kritische Punkte markierten.




Diese Menschen sind extrem anstrengend.

Du hast permanent Angst, etwas anzusprechen, weil du sie nicht direkt in die nächste manische Obsession stürzen willst, wohlwissend, dass sie ihre ganze Zeit für Recherche oder sonstigen Aufwand aufopfern werden, weil sie glauben, sie müssten jedes Quäntchen verfügbarer Information rechtzeitig aufsaugen.

Und wenn etwas nicht nach ihrem sorgsam ausgetüftelten Plan läuft, und es auf eigene Entscheidungen, Instinkt und Spontanität ankommt, kannst du diese Leute absolut vergessen. Einfach mal nach (Bauch-)Gefühl agieren ist bei denen nämlich nicht.

Uff.

Nee.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Top 5: Traurige menschliche Interaktionen

Eigentlich habe ich diese Kategorie geschaffen, um ab und zu mal ganz kurz und knapp Dinge loszuwerden. Aber dann kam das hier dabei raus... Huch! Na ja, kein weiteres Geschwafel, sondern direkt losgelegt!


5. Textbausteine im Alltagsgebrauch

Ich brauche diesen Menschen eigentlich gar nichts mehr schreiben, erzählen oder zeigen, da ich nahezu jedes verdammte Mal exakt weiß, wie sie reagieren werden... und mit welchen Worten... und in welcher Reaktionsfolge. Ich kann quasi mitsprechen. Das ist nicht nur furchtbar öde, sondern stellt zugleich infrage, inwieweit zwischenmenschliche Kommunikation für diese Leute überhaupt etwas Natürliches ist, oder ob sie dabei nach Schema F vorgehen. Ergo: Traurig! NEXT.




4. "Ich hasse alles und jeden und auch mich und sage das alle fünf Sekunden!"

Bei diesen Menschen weiß man immer, wie es ihnen geht, auch wenn man das eigentlich gar nicht möchte. Sie nutzen nämlich jede Gelegenheit dazu, es zu betonen, und vermiesen damit allen um sich herum ebenfalls die Laune.

"Ich hatte heute einen echt schönen Tag und habe bei einem Gewinnspiel etwas gewonnen! :)"
"Mein Leben war heute wie immer die Hölle. Darüber hinaus habe ich noch nie etwas gewonnen und kann mich daher nicht einfach für dich freuen oder mal die Fresse halten, sondern weine deswegen einfach noch mehr rum! :((("




Nicht falsch verstehen, klar soll man nicht alles in sich reinfressen. Aber bitte lasst euren Frust nicht an wirklich jedem aus, und das auch nicht alle paar Minuten. So kann euch niemand ablenken, und so wird euch auch bald niemand mehr zuhören wollen. Mit übertriebenem pubertären Selbstmitleid findet man genauso wenig Freunde wie mit Salat! NEXT.


3. Einfach nichts raffen

Also, wirklich gar nichts. Weder einfache Statements, noch die billigsten aller Witze... und über tagesaktuelle Themen mit diesen Leuten reden? Pfff, vergesst es.

"Heißen Teigwaren Teigwaren weil sie früher mal Teig waren? Hohohoho!"
"Raff ich nicht :))))) Hä?"
"Ok, was ist mit dem hier? Was ist gelb und schießt? Eine Banone! HAHAHA!"
"Hat das was mit Danone zu tun?"
"Ok... unser Humor scheint nicht kompatibel zu sein... hast du eigentlich eine Meinung zu Donald Trump?"
"Ist das nicht der Chef von Microsoft? :)))"
"/o\, *geht weinend ab*"



Mit solchen Leuten bringt Interagieren keinen Spaß, weil ich mich permanent geistig überlegen fühle, und das ein richtig widerliches und frustrierendes Gefühl ist. NEXT.


2. "Ich ignoriere jeden Ratschlag und heule einen Tag später wieder bei dir rum!"

"Hör auf zu lügen und sag ihr die Wahrheit, dafür musst du dich nicht schämen und sie wird dich nicht hassen wegen sowas."
"Ok, danke. Danke, dass du mir jeden Tag 20 Stunden zuhörst, du toller, toller Mensch!"

(Interlude)

"Aaaaah, das Gefühl zerreißt mich so!"
"Hast du es ihr immer noch nicht gesagt?"
"Nein, ich bin zu feige! Aber bitte hör dir noch weitere 372910 Stunden am Stück an, wie sehr ich mich deshalb gräme, du hast doch sicher nichts anderes zu tun, oder...?"




Ich erteile Leuten mittlerweile Verwarnungen, die mich mit immer dem selben Mist vollquatschen, obwohl die Lösung bereits bekannt ist - die diese aber einfach nicht auf die Reihe kriegen. Sorry, ich hab auch noch andere Hobbies. Und es gibt Leute, die Ratschläge tatsächlich auch annehmen und meine Zeit daher effektiver nutzen. NEXT.


1. "Ich finde alles doof, kann es aber selbst nicht besser machen!"

Mein absoluter... na ja, "Favorit" ist vielleicht etwas falsch ausgedrückt. Auf jeden Fall bringt mich dies tatsächlich auf Dauer am meisten auf die Palme.

Mit diesen Menschen versucht man - freiwillig oder nicht - etwas Zeit zu verbringen, aber egal was man machen möchte, sie finden alles verdammt scheiße. Manchmal sagen sie es nicht mal direkt, sondern gucken einfach den ganzen Tag total leidend, sodass man ihnen irgendwann schon eine reinhauen möchte, wenn man ihr Gesicht nur aus dem Augenwinkel heraus sieht. Selbst haben sie aber grundsätzlich keine eigenen Vorschläge, sondern schwimmen immer nur mit dem Strom. Leidend, natürlich.

Die seltene Untergattung dieser Art, die doch mal eigene Vorschläge einbringt, bringt absolut hirnlose und dumme Vorschläge ein!

"Mimimi, hier ist es mir zu voll und überhaupt und sowieso."
"Hast du einen besseren Vorschlag?"
"Nee. Halt, doch. Wir könnten zur besten Schulschlusszeit in eine eh schon gänzlich überfüllte Einkaufsmeile gehen, ich möchte in genau die Läden, die am engsten und am besten besucht sind! :)"
"... mir ist gerade eingefallen, ich habe einen Termin. In genau zehn Minuten. Ciao!"




Diese Menschen sind faszinierenderweise immer sehr überrascht, wenn ich nie wieder einen Tag mit ihnen verbringen möchte, um unendlichen Nöl- und Nörgelschleifen zu entgehen. Komisch, oder? NEXT! Für immer!



Die in Punkt 3 genannten Flachwitze wurden Ihnen mit freundlicher Unterstützung von @mr_jman_hb und @dqmhose auf Twitter präsentiert.

Montag, 9. November 2015

Acid Anti Alles #01: Hi, na? (und: Krank sein)

Willkommen bei meinem neuen Triple-A-Blogformat!

... extrem guter Gag, oder? Verdammt, WARUM LACHT DENN KEINER!!

... okay, lassen wir das. Aber ich hatte ja im vorletzten Blogpost kurz erwähnt, dass ich auch mal eine persönliche Komponente mit reinbringen will, gerade weil das mit der #girlychallenge als Abwechslung inmitten all der Gummibärchenkotze-Reviews so super ankam.

Jeder, der mir auf egal welcher Plattform folgt, dürfte bis jetzt zwei Dinge festgestellt haben:
  1. Ich stehe auf Flachwitze und Alliterationen und bin generell leicht zu erheitern.
  2. Wenn ich nicht gerade mit dumm lachen aufgrund von 1. beschäftigt bin, dann rege ich mich gerne auf und gebe meinem Rage entsprechende Ventile.
Aber bevor jetzt einige denken, ich sei 24/7 Grumpy McGrump: Ich rege mich kurz auf, und dann war's das wieder. Ich sitze nicht den ganzen Tag siedend und blubbernd und brodelnd vor Wut und Hass herum und suhle mich darin. Nö, ich hab kurz Spaß daran, es abzulassen, und dann ist wieder alles super! Und genau das möchte ich an dieser Stelle tun: Mich regelmäßig gepflegt über Sachen aufregen, die mich extrem stören. Und zwar aus allen Bereichen des Lebens. Das Experiment beginnt also... JETZT.



Ich wäre nicht ich, wüsste ich nicht sofort und gänzlich spontan mehrere Themen, über die ich so richtig schön verbal abkotzen könnte. Die große Ehre, das aller-aller-erste sein zu dürfen, hat...:


Krank sein


Arme, verlassene Zuschauer, die mir PNs schreiben und fragen, warum keine Videos kommen. Leute auf Twitter, die mir folgen. Jeder, der schon öfter mit mir skypen oder im TS quatschen wollte. All diese Menschen haben eins gemeinsam... sie kriegen verdammt oft von mir zu hören, dass ich leider kaum reden kann, weil ich Halsschmerzen und/oder Husten habe.
Gerne auch mehrere Wochen lang täglich.

Das ist jedoch keine doofe Ausrede, weil ich einfach keinen Bock habe... nein... es stimmt jedes Mal! Mein aktueller Rekord dürfte gerade weiter ausgebaut werden, denn ich bin gefühlt seit zwei Monaten oder so dauererkältet, am Rumhusten und habe mal mehr und mal weniger schlimme Halsschmerzen. Und so langsam bin ich extrem fucking genervt, weil ich gerade mal wieder richtig schön viel Zeit für Aufnahmen hätte... und das so nicht wirklich Spaß macht.

"Aber Acid, dann iss halt mehr Obst und tu was für dein Immunsystem!"




Ob ihr es glaubt oder nicht, aber das versuche ich bereits durchgehend. Ich habe ALLES ausprobiert, auch alles gleichzeitig und regelmäßig: Obst, Vitamintabletten, Ingwertee, Grüntee, Detoxscheiße, leichter Sport (wenn man noch krank ist, will man sich ja nicht total auspowern), viel frische Luft, viel Wasser, viele Bonbons lutschen um den Hals zu befeuchten, heiße Zitrone, Gojibeeren im Müsli, Weizengras im Getränk, versuchen nicht gestresst zu sein, ausreichend Schlaf, geheime aztekische Tanzrituale am Lagerfeuer... ich habe es alles durch. (Bis auf Letzteres, das war gelogen, die Tänze sind eigentlich etruskisch.)

Alles, was man zu "Immunsystem stärken" ergoogeln kann, habe ich versucht. Und was sagen nun professionelle Ärzte dazu? "Trink mehr Tee", unter anderem! *slow clap of appreciation* Ich habe es aufgegeben, wegen Erkältung und Halsaua zum Arzt zu rennen, weil die einem doch nur was geben, wenn man schon eine eitrige Entzündung hat. Ansonsten erzählen sie einem alles, was man bereits auf Google findet, und zucken mit den Schultern. Ain't nobody got time for that shit!

Ich fühle mich also mittlerweile relativ machtlos und von meinem Körper verarscht. Ich glaube, ich könnte auch sechs Monate komplett im Bett und abgeschottet von all den Bakterien und Viren da draußen verbringen und würde krank werden! Habt ihr noch irgendwelche unkonventionellen Tipps, die man nicht sofort mit einer Kurzrecherche selber findet? Oder ultrageheime Hausmittelchen von Omi, die nur innerhalb der Familie verbreitet wurden? Ich nehme alles dankend an, außer Klugscheißerei! :D

Also, bis zum nächsten Mal wenn es heißt: "Sorry, kann heute nicht skypen, kann kaum reden!"

Dienstag, 3. Juni 2014

Kunden aus der Hölle oder: der Arsch vom Dienst

Möp.
Ich dachte mir, ich lasse mal wieder alle potentiell Interessierten an meinen geistigen Ergüssen in Schriftform teilhaben.

Wie ihr vielleicht mal mitbekommen habt, habe ich jahrelang nebenjobmäßig im Einzelhandel gearbeitet, und hatte am Samstag meine vorerst letzte Schicht im bis dato letzten, menschenentwürdigenden Minijob.

... Einzelhandel.
... EINZELHANDEL.
Durch das Wort alleine stellen sich bei mir schon die Nackenhaare auf. Brrr! Nee, echt jetzt. Ich meine, klar - der Einzelhandel ist notwendig und praktisch, weil man ja irgendwie an Nahrungsmittel, Kleidung und sonstige Konsumgüter kommen muss.

...ABER!
Wenn man, weil sich kein Bürojob oder sonstwas entspanntes auftut, plötzlich in einem billigen Poloshirt Regale einräumt und/oder hinter der Kasse steht und sich von Kunden anblöken lassen muss, die zu dumm zum lesen sind, dann sieht die Welt plötzlich ein ganz kleines bisschen düsterer und albtraumhafter aus! Ich gehe einfach mal durch alle Grausamkeiten, die mir so einfallen...


Die Arbeitskleidung

Arbeitskleidung im Verkauf besteht grundsätzlich aus einem billigen, dicken Poloshirt in hässlichen Signalfarben. Ganz selten mal aus einem hellen Kittel. Dadurch ist erstens bereits umgehend dafür gesorgt, dass du dir wie der letzte Bob vorkommst. Und zweitens schwitzt du in den Dingern im Sommer derartig, dass du im Prinzip alle paar Stunden das Shirt wechseln musst, willst du nicht alle Leute durch extrem sichtbare, exorbitante Schweiß-Sturzbäche verschrecken. (Bonus wenn man eine Frau ist: Die Boobies werden durch das strategisch besonders ungünstig platzierte Namensschild samt Stifthalter derart betont, dass einem 80% der männlichen Kunden [und ein paar weibliche] erstmal dorthin gaffen.)

Sofern du nicht auch Hosen gestellt bekommst, ruinierst du dir übrigens schön eine eigene Jeans nach der anderen, weil du permanent damit beschäftigt bist, vor Regalen zu knien, auf Leitern zu steigen, auf dem Boden herumzurobben oder dir den Stoff sonstwie kaputtzureiben.

Die Ware 

Da du selbst keine fachliche Ausbildung für das jeweilige Warensegment absolviert hast, hast du als einfache Aushilfe zunächst einmal KEINE VERDAMMTE AHNUNG von der Materie. Das interessiert die Kunden jedoch nicht. Kannst du am ersten Arbeitstag (eventuell gar mit dem freundlichen und entschuldigenden Hinweis auf diesen Fakt!) keine spezifische Frage zu irgendwelchen Inhaltsstoffen, Materialien oder Lieferverfügbarkeiten beantworten, bist du erstmal der Arsch und wirst angepöbelt.

Die Arbeitszeiten

Je nach Laden und Lage sind potentielle Arbeitszeiten im Rahmen von von 07:00 - 23:00 Uhr schon mal Standard. Und arbeitest du beim Bäcker im Verkauf, dann herzlichen Glückwunsch - da kann man schon mal ab 05:00 Uhr mit einer Schicht beginnen, weil eine Stunde lang vorgebacken wird. In meinem letzten Minijob gab's gottseidank nur Öffnungszeiten von 10:00 - 20:00 Uhr.
Du kannst dir sicher sein, dass du nach einer Frühschicht zu müde bist, um noch etwas vom restlichen Tag zu haben, oder gar konzentriert für Schule/Uni zu lernen. Und nach einer Spätschicht fällst du direkt ins Bett und hast überhaupt keine weitere Freizeit mehr an dem Tag. Klingt verlockend, nicht wahr?

Die Kollegen

Verdrücken sich entweder bei entsprechender Berechtigung durchgehend im Lager oder Büro, um Kundenkontakt und Stress zu vermeiden, oder tauchen permanent geisterhaft hinter dir auf, um 20.000 Sachen an deiner Arbeitsweise zu kritisieren. Oder dir zu deinen vier bisherigen Aufgaben noch zusätzliche acht aufzudrücken, die du alle möglichst zeitgleich und möglichst gestern erledigen darfst. WÄHREND du für die Kasse verantwortlich bist. Was mich zum nächsten Punkt bringt...

Das Kassieren

Alle Witze, die du bisher über Omis und Kleingeld gehört hast, sind grundsätzlich WAHR. Sowas von wahr! Aber spätestens, wenn dir die Cent-Stücke ausgehen, weil jeder zweite Kunde etwas für XY € und 99 Cent mit einem glatten Schein bezahlt, bist du auf einmal unglaublich dankbar für diese Omis... es sei denn, hinter ihnen bildet sich eine 20 Meter lange Schlange aus ungeduldigen Kunden, die ihre Gereiztheit an dir auslassen, sobald sie gefühlte drei Jahre später dann mal an der Reihe sind.
Außerdem passieren alle Probleme, die einen Storno, einen Umtausch oder eine Barauszahlung erfordern, grundsätzlich an DEINER Kasse. Immer. Jederzeit. Woraus jedes Mal die eben schon erwähnte wütende Horde ungeduldiger Kunden resultiert. Weswegen du immer nervöser wirst. Weswegen du mehr Fehler machst, die einen Storno erfordern... na, erkennst du ein Muster?

Die Kunden

Zuerst wollte ich mir tatsächlich die Mühe machen, verschiedene Arten von Kunden aufzulisten und Tipps und Tricks zu teilen, wie man mit denen umgehen kann. Aber vergiss es. Im Grunde kannst du gar nichts richtig machen, irgendwie bist du am Ende IMMER Schuld, egal worum es geht. Ab und zu gibt es jedoch positive Ausnahmen - Menschen, die so nett und verständnisvoll und voller Humor sind, dass sie einem die ganze Schicht retten <3
...oder zumindest die nächste halbe Stunde. Du weißt schon, bis der nächste AK (Arschlochkunde) kommt.


Abschließend kann ich nur um eines bitten: Wenn ihr das nächste Mal an einer Kasse steht, denkt bitte kurz darüber nach bevor ihr eure schlechte Laune an jemandem auslasst, der höchstwahrscheinlich gar nichts für die Situation kann. In 90% aller Fälle ist ein Kunde vor euch Schuld, dass der Kassenverkehr stockt, und nicht "die dumme Barcodeschubse". Es sei denn, sie ist neu, und dann sollte man Verständnis haben. Seit ich weiß, wie es auf der anderen Seite vom Tresen aussieht, wenn man total überfordert ist mit einem Haufen mies gelaunter Leute vor Augen, bin ich immer extra nett zu Kassierern :) #WortZumSonntag

Dienstag, 12. März 2013

Die Sache mit der Abobox


Howdy folks!

Ich nehme die scherzhafte Frage eines befreundeten LetsPlayers, wie ich ihn denn einfach so eiskalt aus meiner Abobox nehmen konnte, mal als Anlass um hier wieder etwas rumzulamentieren :D

Irgendwie wird die Abobox von vielen als eine Art Freundschaftsliste geführt, wo die aktuellen persönlichen Lieblingskontakte beworben werden, um halt einen Gefallen zu tun. Zu 99% sind dann in der Box der Beworbenen auch die Leute zu finde, von denen man gerade erst dorthin gelangte, und man kann ein lustiges Klick-Pingpong spielen.

Früher habe ich das auch so gemacht, einfach weil ich dachte, wenn die Leute mich in die Box tun, sollte ich das vielleicht auch. Weil's vermutlich zum guten Ton gehört, und um diejenigen nicht zu verprellen.
Dann fiel mir auf, dass ich so immer die Gleichen dort drinnen habe, vermutlich auch in 2 Jahren noch, eventuell mal plus/minus Person XY die neu dazu kommt (oder vielleicht auch geht). Also begann ich durchzuwechseln, und alle paar Wochen andere zu empfehlen.

Ich sage euch, das Geschrei war teils groß. Die Leute haben das nämlich als persönlichen Akt gegen sich aufgefasst und wollten noch am selben Tag wissen, was sie mir denn getan hätten :D Irgendwann hatte ich dann keinen Bock auf mehr auf mehrere Zeilen an Rechtfertigung jedes Mal. Und jetzt habe ich einen ganz einfachen Grundsatz, den ich auch regelmäßig allen auf die Nase binde, ob sie es hören wollen oder nicht:

In meiner Abobox sind immer die Leute, die ich gerade am liebsten gucke. Egal, ob die überhaupt wissen, wer ich bin. Egal, ob ich mich mit jemandem besonders gut verstehe. Und wenn ihr dort nicht auftaucht, heißt das nicht, dass ich euch die Freundschaft gekündigt habe. Es heißt nicht mal, dass ich eure LetsPlays doof finde! Sondern einfach nur, dass ich eure LetsPlays gerade nicht gucke. Weil ich schon zu viele andere parallel schaue, oder mich ein Projekt vielleicht schlicht nicht interessiert.
Wenn ich mit einigen davon tatsächlich gut befreundet bin, dann ist das dennoch mehr als nebensächlich. Ich möchte einfach niemanden nur aus Nettigkeit dort drin haben, obwohl ich die Videos permanent aus dem Abomodul wegklicke oder denjenigen vielleicht nicht mal abonniert habe.

... und spätestens jetzt darf mich echt niemand mehr danach fragen, ob er in meine Box kann, und wenn nein, warum nicht. Deal? :D